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12. 10.

Buchpremiere: »With God on their Side – Die unheilvolle Allianz von Politik und Religion«

Autor Hamed Abdel-Samad im Gespräch mit Constantin Schreiber im Heimathafen Berlin

Hamed Abdel-Samad schreibt über seine Befürchtung, dass die Trennung von Macht und Religion nicht nur auf dem Rückzug ist, sondern ihrem Ende entgegen geht. Sein neues Buch ist eine beunruhigende Bestandsaufnahme. Buchpremiere und Gespräch.

Weltweit schließen sich autoritäre Regierungen mit fundamentalistischen Bewegungen zusammen. In der islamischen Welt ist dies keine neue Entwicklung. Überraschender ist, wie sehr Putins Regime durch die russisch-orthodoxe Kirche unterstützt wird. Erschütternd die Entwicklung in den USA. Xi Jinping sichert in Peking seine Macht mit Hilfe des Konfuzianismus, Netanjahu regiert mit Unterstützung orthodoxer Abgeordneter. Auch in Europa machen Rechtspopulisten und antiliberale Glaubensrichtungen gemeinsame Sache. Hamed Abdel-Samads Buch ist eine beunruhigende Bestandsaufnahme. Er fürchtet, dass das aufklärerische Projekt, die Trennung von Macht und Religion, nicht nur auf dem Rückzug ist, sondern dem Ende entgegen geht.

Abdel-Samad, 1972 bei Kairo geboren, kam 1995 nach Deutschland und ist deutscher Staatsbürger. Er arbeitete für die UNESCO, am Lehrstuhl für Islamwissenschaft in Erfurt und am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur in München; außerdem war Mitglied der Deutschen Islamkonferenz. Obwohl er seit mehr als zehn Jahren, nachdem eine Fatwa gegen ihn erlassen wurde, unter permanentem Polizeischutz lebt, lässt sich der hierzulande bedeutendste Kritiker des politischen Islam und Autor zahlreicher Bücher nicht mundtot machen. Abdel-Samad betreibt einen millionenfach frequentierten youtube-Kanal in arabischer Sprache, dort interpretiert er den Koran historisch und politisch. Hamed Abdel-Samad ist Mitglied im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung.

Constantin Schreiber, 1979 in Cuxhaven geboren, ist ein deutscher Journalist, Moderator und Schriftsteller. Nach seinem Jurastudium absolvierte er ein Volontariat bei der Deutschen Welle und arbeitete anschließend als Reporter und Korrespondent unter anderem in Beirut und Dubai. Durch seine intensive Beschäftigung mit der arabischen Welt entwickelte er sich zu einem ausgewiesenen Kenner des Nahen Ostens. Bis Mai 2025 war er bei ARD-aktuell tätig und moderierte Ausgaben der Tagesschau, des Nachtmagazins (bis 2022), der Tagesschau-Nachrichten bei tagesschau24 und Nachrichten in den Tagesthemen.

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